Die chinesische Studentin Deng Anlong hat seit einigen Monaten einen Nebenjob: Sie ist Arbeitssklavin. Im Sommer fing sie bei der Spielzeugfabrik Wah Tung Toy Products an, 170 Kilometer nordöstlich von Hongkong. Der deutsche Spielzeugriese Simba Dickie lässt hier Plastikfiguren für Kinder herstellen, den Feuerwehrmann Sam und sein Speedboot "Neptun" etwa.

Simba Dickie, Sitz in Fürth, Jahresumsatz mehr als 600 Millionen Euro, wirbt auf seiner Homepage mit "weltweiter Verantwortung". Das Unternehmen kümmere sich um "faire" Arbeitsbedingungen.

Bei Wah Tung sah es nicht danach aus. Studentin Deng erlebte hier die Spielzeughölle. Erst wurde ihr der Personalausweis abgenommen, dann unterschrieb sie einen Arbeitsvertrag, in dem zwar das Datum fehlte, sie aber "freiwillig" Überstunden akzeptierte, um ihren Lohn aufzubessern. Eine Vorarbeiterin zeigte ihr den Schlafplatz: ein trostloses Zimmer mit Stockbetten für zehn Frauen. Die Tür mussten die Arbeiterinnen nachts mit einem Bindfaden verschließen.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 50/2018.
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