In einer Woche beginnen in Bayern die Sommerferien. Doch schon jetzt sind in den Klassenzimmern der Münchner Mittelschule an der Implerstraße viele Stühle verwaist. "Sie glauben gar nicht, wie viele Omas und Opas vor den Sommerferien plötzlich verstorben sind", sagt Schulleiterin Nicola Mehl. Von den insgesamt 350 Schülern hätten rund 30 vor den Sommerferien einen Antrag auf vorzeitige Befreiung vom Unterricht im Rektorat vorbeigebracht.

Nicola Mehl hat sie alle abgelehnt. "Gegenüber den Eltern stehe ich dann häufig als Unmensch da", seufzt die Rektorin. Nicht alle Familien im teuren München können sich Urlaub in der Hauptreisezeit leisten. Mehl vermutet, dass die Eltern, die mit ihren Kindern mehrere Tage vor Ferienbeginn nach Korea, Brasilien oder in die Türkei aufbrechen wollten, die Flugtickets womöglich längst gebucht hatten. Folglich meldeten viele Eltern den Nachwuchs vor den Ferien einfach krank. "Wenn ich den Antrag auf Unterrichtsbefreiung ablehne, zwinge ich die Familien zum Schwindeln",

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 30/2018.
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