Zwei Tage vor Heiligabend hatte die von deutschen Seenotrettern betriebene "Sea-Watch 3" Migranten aus dem Mittelmeer geborgen, danach verweigerten italienische und maltesische Häfen die Aufnahme. Erst am Mittwoch durften die 32 Flüchtlinge in Malta das Schiff verlassen, sie sollen jetzt auf acht EU-Staaten verteilt werden. 

SPIEGEL: Herr Scoppa, wo befinden Sie sich gerade?

Scoppa: Immer noch vor Malta, auf hoher See. Aber zum Glück ohne die Migranten, die durften endlich, nach 19 Tagen, an Land gehen.

SPIEGEL: Wie empfanden die Flüchtlinge die Ungewissheit und die Warterei?

Scoppa: Sie waren wütend. Dass ausgerechnet dieses Europa, für sie der Inbegriff von Menschlichkeit und Menschenrechten, sie so brutal im Stich lässt, konnten sie nicht begreifen. In Afrika, sagte mir einer, sei man freundlicher zu Fremden. In Afrika würden nicht mal Hunde so behandelt.

SPIEGEL: Wie erging es den Flüchtlingen körperlich und psychisch?

Scoppa: Zuletzt sehr schlecht. Fast drei Wochen schliefen alle, Männer,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 3/2019.
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