Sechsmal die Woche ging sie durch den Eingang in der Berggasse 19. Zehn Steinstufen hinauf, wieder eine schwere Tür aus dunklem Holz, klingeln, warten. Manchmal öffnete Sigmund Freud ihr persönlich. Sie legte sich auf den Diwan, wunderte sich über die seltsamen Methoden des Arztes, aber sie stand ihm Rede und Antwort, denn ihr Vater wollte es so. Sie war gerade mal 18 Jahre alt, in seinen Schriften hat Freud ihr später den Namen "Dora" gegeben.

Es ist ein heller Sommertag in Wien; die Touristen, die sich im kühlen Treppenhaus des Freud-Hauses drängen, um die Wohnung des Erfinders der Psychoanalyse zu besichtigen, sprechen neben Deutsch auch Spanisch, Englisch, Französisch oder Japanisch. Freuds Popularität hält fast 80 Jahre nach seinem Tod an. Die Schlange der Wartenden reicht zwei Treppen hinunter.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 30/2018.
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