Sigmund Jähn kommt mit leichten Schritten in schwarzen, etwas abgewetzten Schuhen. Er hat noch Tee getrunken in Neuhardenberg, das früher mal Marxwalde hieß. Nun spaziert er über den gepflasterten Hof des Schlosses auf den Marstall zu, in dem sie damals Trabis gelagert haben. Heute gehört er der Sparkasse. Am Eingang verkaufen sie Oderländer Lammbratwurst mit Senfsoße, aber als Jähn vorbeikommt, halten alle in ihren Bewegungen inne. Sie schauen ihn an, den Fliegerkosmonauten, den Helden der DDR, den ersten Deutschen im Weltraum. Auch Jähn bleibt stehen, ein kleiner Mann, 81 Jahre, die weißen Haare nach hinten gekämmt. Er räuspert sich, dann sagt er auf Sächsisch eine alte Bauernweisheit auf: "Die Küken zählt man im Herbst." Alle nicken.

Jähns Leben kreist wie ein Trabant um acht Tage seines Lebens, die er vor 40 Jahren im All verbracht hat. Vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur hob er 1978 mit einer 300 Tonnen schweren "Sojus"-Rakete ab, durchbrach die Schallmauer, dockte an einer russischen

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 41/2018.
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