Eine fremdartige Gestalt huschte um 1790 durch die Straßen Detmolds. Einen wie ihn hatten die Bewohner der verschlafenen Residenzstadt im Fürstentum Lippe noch nicht gesehen: Seine Haut schimmerte tiefschwarz, wie es sonst nur bei den Bewohnern im fernen Afrika der Fall war.

Das war Franz Wilhelm Yonga, ein Einwohner der Ortschaft. In Erscheinung trat der Exot, wenn er seine Schwiegermutter auf dem Weg nach Haus begleitete oder Erledigungen für seinen Dienstherrn verrichtete.

Was nur hatte den Mann in die lippische Provinz verschlagen?

Historikern gilt sein Schicksal als beispielhaft für eine der bizarrsten Episoden in der deutschen Geschichte am Ende der frühen Neuzeit. Ein Team um Rebekka von Mallinckrodt, Direktorin des Instituts für Geschichtswissenschaft an der Universität Bremen, untersucht derzeit die Verschleppung versklavter Schwarzafrikaner in das einstige Heilige Römische Reich Deutscher Nation.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 32/2018.
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