Olaf Scholz macht gern Urlaub nah der Heimat. In diesem Jahr schipperte der Finanzminister mit einem Hausboot über die Mecklenburgische Seenplatte, nahm an Deck ausgedehnte Sonnenbäder und kämpfte sich tapfer durch einen der Sachbuchbestseller des vergangenen Herbstes: die "Gesellschaft der Singularitäten" des Soziologen Andreas Reckwitz aus Frankfurt (Oder).

Und wie es im Urlaub oft so ist, hatte sich der Sozialdemokrat offenbar frühzeitig vorgenommen, anders aus den Ferien zurückzukehren, als er hineingefahren war. Konkret: Aus dem superseriösen Finanzminister, der sich zunächst als Verteidiger der schwarzen Null inszeniert hatte, sollte der rote Olaf werden, der Retter der Rentner und Senioren.

Sein jüngster Vorstoß, die gesetzlichen Altersgelder langfristig auf dem heutigen Niveau zu stabilisieren, markiert den Auftakt zu einem gravierenden Kurswechsel, auf den sich Scholz und Parteichefin Andrea Nahles in den vergangenen Wochen verständigt haben. Die SPD will sich weiter von ihren ungeliebten

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 35/2018.
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