Bansky-Kunstwerk
Thies Raetzke/ VISUM
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Bergs Sprachkritik

Das böse K-Wort

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"Krieg" möchte niemand führen, lieber: "Kampfeinsatz". Das klingt doch gleich sehr sportlich - Einsatz zeigen. "Töten"? Lieber: "Ziele ausschalten". Und so werden militärische Manöver mithilfe sprachlicher Manöver getarnt. Von Stefan Berg
Einen Krieg möchte niemand beginnen, zumindest sprachlich nicht. Selbst Hitler mied 1939 das böse K-Wort, als er Polen überfiel, was auch nicht ganz richtig ist, denn er tat es nicht allein. Hitler tönte, die Deutschen hätten doch nur "zurück­g­e­schossen". Das Ende ist bekannt. Der "Blitzkrieg" des Verführers dauerte schließlich sechs Jahre. Womit die Erkenntnis sich bestätigte: Die Lüge ist eine nahe Verwandte des Krieges. Und die Halbwahrheit wiederum ein Vorfahre der Lüge. Schon der Satz "Der Krieg ist ausgebrochen" ist eine Mogelei. Wo ist er denn aus­gebrochen? Aus einem Käfig? War er das selbst, oder waren es nicht Menschen, Kriegsausbrecher? Weil man den Krieg nicht mag, ihn aber manchmal doch für nötig hält, ist es üblich geworden, Kriege nicht Kriege zu nennen, etwa den in Af­ghanis­tan. Man liegt aber total falsch, wenn man daraus, dass offiziell kein Krieg geführt wird, schlussfolgert, es herrsche Frieden. Einmal voraus­gesetzt, Frieden könne überhaupt "herrschen". Was war nur

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