Berlin-Mitte im Herbst 1972: Ellen Thiemann trägt stolz ein kleines Krönchen, dazu ein rotes Kleid. Gerade hat das Publikum im Künstlerklub "Die Möwe" die junge Journalistin mit den braunen Haaren und den grünen Augen zur Weinkönigin gekürt. Es ist ein fröhlicher Abend in dem klassizistischen Bau in der Hermann-Matern-Straße, die heute wieder Luisenstraße heißt.

In der Möwe treffen sich Künstler und Journalisten aus beiden deutschen Staaten. Ellen Thiemann verbringt mit Freunden und Bekannten die Abende in ausgelassener Stimmung, gern reißen sie Witze über die DDR, können endlich einmal loswerden, was sie anderswo besser für sich behalten. Doch in der fröhlichen Runde gibt es einen, der mitlacht, sich aber seinen Teil denkt: ein Spitzel des Ministeriums für Staatssicherheit (MFS), der Ellen Thiemann seit Mai 1972 beobachtet.

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FOTOS: Jürgen Ritter/ imago, DPA

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