Am Ende ihres Vortrags huschen ihre Augen kurz hinüber zu Volker Bouffier, es ist einer jener Momente, in denen man in Angela Merkels Gesicht lesen kann wie in einem Buch.

Um kurz nach 13 Uhr betritt sie die Bühne an diesem denkwürdigen Berliner Herbsttag, schon vor Stunden jagte die Meldung über die Ticker, mit der niemand gerechnet hatte an diesem Morgen. Aber erst jetzt redet Merkel selbst, sie liest ein Statement vor, das sie am Abend verfasst hat.

Sie spricht erst von den furchtbaren Wahlergebnissen in Hessen, die ein "Innehalten" nötig machten, "ich jedenfalls tue das". In den Tagen zuvor hatte sich Merkel nur mit wenigen Leuten beraten, ihre Medienberaterin Eva Christiansen gehörte dazu, ihre alte Vertraute Annette Schavan. Aber selbst Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer erfuhr erst am frühen Morgen von Merkels Entscheidung, sie war, wie sie später sagte, "sprachlos".

Merkel gelingt es noch einmal, alle zu überrumpeln. Sie, die so vielen Herren als Betriebsunfall der CDU erschienen

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 55/2018.
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