Das fünfte Gebot ließ Moritz Leuenberger keine Ruhe. "Du sollst nicht töten", so steht es in der Bibel. Es war das Jahr 2000, und Sozialdemokrat Leuenberger war schon seit Jahren Verkehrsminister der Schweiz. Schlagartig wurde ihm klar, dass ihm das Amt einen ethischen Auftrag, eine Mission gar, auferlegt hatte: "Wie kann ich als Verkehrsminister Todesfälle verhindern?"

In den folgenden zehn Jahren bestimmte diese Frage seine Arbeit. Heute, mit 72 Jahren, schaue er "mit Genugtuung" zurück, wie er erzählt. Auf den Straßen der Schweiz kamen zur Jahrtausendwende jährlich knapp 600 Menschen um. Das ist vorbei. 2017 fiel die Zahl der Verkehrstoten auf 230 und im ersten Halbjahr 2018 auf 100.

Schweizer Straßen zählen jetzt zu den sichersten der Welt – und gerade vor dem Hintergrund der deutschen Diskussion um das Tempolimit stellt sich die Frage: Wie hat Leuenberger das geschafft?

Der Jurist hatte sich anfangs am Vorbild Schwedens orientiert. Dort hatte das Parlament gerade "Vision Zero" beschlossen,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 7/2019.
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