SPIEGEL: Hamburg ist einer der weltweit größten Umschlagplätze für iranische Teppiche, Ihr Firmenschild eins der ältesten am Sandtorkai. Sie sitzen hier im Kontor und trinken Tee – wo bleiben Ihre Kunden?

Tawakol: Kommen nicht mehr. Heute wollen die Leute Billigteppiche. Ich verkaufe keine Billigteppiche.

SPIEGEL: Was ist ein Billigteppich?

Tawakol: Man kauft sich bei Ikea einen Perser für 100 Euro und meint, man würde "wohnen". Bei mir kriegen Sie einen 150 Jahre alten kurdischen Kelim für 25 000 Euro. Ich habe auch kleine, für 200 Euro, aber sogar das ist den Leuten mittlerweile zu teuer. Mein letzter Kunde, vor etwa drei Jahren, war ein Schweizer. Der gönnte sich einen Teppich für 3500 Euro.

SPIEGEL: Sie leben von Ersparnissen?

Tawakol: So ist es.

SPIEGEL: Dabei sieht die Teppichmeile zwischen Elbphilharmonie und Spiegel-Verlag so lebendig aus. All die Seilwinden, die Lasten zwischen den Böden bewegen.

Tawakol: Der Eindruck täuscht. Mein Laden stirbt mit mir, es wird keinen Nachfolger geben.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 35/2018.
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