Thomas Meuter war der Staatsfeind Nummer eins in Köln-Ossendorf. Wenn andere Häftlinge im dortigen Gefängnis in den Hof gingen, musste er in seiner Zelle bleiben. Wenn er in die Knastbibliothek ging, wurde sie vorher geräumt. Wenn er zum Training in den Kraftraum wollte, durfte kein anderer Gefangener dort sein. Wenn die anderen gemeinsam aßen, saß Meuter allein in seiner Zelle.

Der Rüstungsmanager, vom Generalbundesanwalt beschuldigt, ein Staatsgeheimnis verraten zu haben, durfte keinerlei Kontakt zu den anderen Häftlingen haben. Fast sechs Monate saß er in Untersuchungshaft, völlig isoliert.

An einem Spätnachmittag im Sommer sitzt dieser gefährliche Mann im Büro seines Anwalts Christian Reetz. Unter seinem karierten Kurzarmhemd wölbt sich ein gemütliches Bäuchlein. Ein grauer Bart umrahmt sein rundliches Gesicht. Manchmal stockt er beim Sprechen, verliert sich in Details.

Seit einem Tag ist Meuter auf freiem Fuß. Er könnte sich nun freuen, dass womöglich alles bald vorbei ist.

Aber das ist

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