Die Frau ist zierlich und trägt ihr lockiges Haar lang. Im Wiener Bezirk Brigittenau, unweit der Donau, sitzt sie an einem Holztisch beim Kaffee und erzählt von dem Mann, der ihre Jugend zerstört habe.

"Toni Sailer", sagt sie, "war ein Nationalheld, für meine Eltern und für mich – über ihn wurde zu Hause nur in den höchsten Tönen gesprochen; ich war 14, schüchtern und naiv, als er mich im Hotel Bon Alpina in Innsbruck-Igls vergewaltigt hat."

Sailer, genannt "der Blitz von Kitz": drei Goldmedaillen bei Olympia in Cortina d'Ampezzo 1956, sieben Weltmeistertitel, Österreichs "Sportler des Jahrhunderts". Ihm gelang, was auch den Fußball-"Helden von Bern" im Namen von Nachkriegsdeutschland glückte: einem in Trümmern liegenden Land wieder Grund zum Stolz zu geben. Sailer holte Olympiagold, drei Monate nachdem der letzte Besatzungssoldat Österreich verlassen hatte.

Die Frau, die hier Franziska Fuchs heißen soll, spricht zum ersten Mal öffentlich über das, was nach ihrer Erinnerung am 26. Januar 1975

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 43/2018.
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