Die Familie Demirci glaubte, das Schlimmste hinter sich zu haben, als Mutter und Sohn im vergangenen Frühjahr aus Köln in die Türkei reisten. Elif Demirci, 64, war ein Jahr zuvor an Krebs erkrankt. Sie hatte gerade eine Chemotherapie abgeschlossen. Nun wollte sie sich bei ihrem Bruder in Istanbul erholen – weil sie noch schwach war, beschloss ihr Sohn Adil, 33, sie zu begleiten.

Mutter und Sohn reisten am 7. April 2018 in die Türkei ein, sie verbrachten eine knappe Woche in Istanbul. Adil Demirci hatte bereits die Koffer für den Rückflug gepackt, als am Morgen des 13. April Polizisten die Wohnung seines Onkels stürmten. Sie richteten Maschinengewehre auf ihn, nahmen ihn fest und brachten ihn auf die Polizeiwache.

Die Reise endete für Adil Demirci im Hochsicherheitsgefängnis von Silivri bei Istanbul, in dem auch der Journalist Deniz Yücel und der Menschenrechtler Peter Steudtner eingesessen hatten.

Für Yücel waren in Deutschland Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Seine Ehefrau wurde

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 7/2019.
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