Als Sultan Abdülhamid II. im Jahr 1876 den Thron des Osmanischen Reichs bestieg, setzten die Europäer große Hoffnungen in den jungen Herrscher. Der Mann gab sich liberal, er dachte proeuropäisch, und er leitete Reformen ein, um sein Imperium vor dem Untergang zu retten, das damals als "Kranker Mann am Bosporus" verspottet wurde.

Um sein Riesenreich wirtschaftlich wiederaufzubauen, entschied sich der Sultan, ein gewaltiges Eisenbahnprojekt aufzulegen. 1898 vereinbarte er mit Kaiser Wilhelm II. den Bau der strategisch wichtigen Bagdadbahn. "Mit deutscher Hilfe", so schrieb der Sultan, werde die Errichtung der Bahnverbindung gelingen, die nicht nur aus wirtschaftlichen, "sondern auch aus politischen Gründen" wichtig sei.

140 Jahre später wird in dem Nato-Land erneut ein gigantisches Bahnprojekt geplant. Die Türkei, die in einer schweren Finanz- und Währungskrise steckt, will mithilfe von ausländischem Know-how und Geld ihr Schienennetz modernisieren.

Und genau wie damals sind die Deutschen der

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 37/2018.
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