Ein schlechter Plan ist besser als gar keiner. Das ist das Prinzip, nach dem seit vier Jahren versucht wird, den Konflikt in der Ostukraine beizulegen. Das Minsker Abkommen, ausgehandelt im Februar 2015, ist bis heute nicht umgesetzt, aber von einem Scheitern mag keiner laut reden. Denn immerhin gibt das Abkommen einen Maßnahmenkatalog vor, zu dem sich alle Konfliktparteien bekennen – das ist mehr als nichts, und andere Pläne gibt es nicht.

Ob dieser Zustand anhält oder ob nun auch das Minsker Abkommen platzt, diese Frage stellt sich seit vergangener Woche. Da wurde in Donezk Alexander Sachartschenko mit einem Sprengsatz getötet, der Chef der "Donezker Volksrepublik", wie sich die von Moskau gestützte Separatistentruppe dort nennt. Und auch wenn Kiew den Titel Sachartschenkos nicht anerkannte, so stand doch dessen Unterschrift unter dem Minsker Abkommen. Der Kreml hat verblüffend schnell reagiert. Kaum war die Nachricht vom Anschlag bekannt, da lag schon ein Beleidstelegramm von Wladimir

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 37/2018.
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