Claudia Blank kann sich noch gut an jenen Waldspaziergang vor zwei Jahren erinnern, an die "klaffenden Schneisen" im Wald und den schrundigen Boden; an die "kastrierten, wegrasierten Wegränder", wo früher Orchideen und Seidelbast blühten.

"Alles hatten die mal wieder plattgemacht", schimpft Blank, "da bin ich schreiend aus dem Wald gerannt."

Seit Jahrzehnten ist der Reichswald bei Nürnberg Blanks Naherholungsgebiet. Die 55-Jährige wohnt im fränkischen Lauf an der Pegnitz, direkt neben dem eigentlich unter besonderem EU-Schutz stehenden Wald. Doch seit der bayerischen Forstreform 2005 folgte eine "Durchforstung" auf die nächste, berichtet sie. Irgendwann lösten sogenannte Harvester die Männer mit den Motorsägen ab, zu Deutsch "Vollernter": gewaltige Maschinen, die Bäume fällen, zersägen und aus dem Wald zerren wie Riesen mit eisernem Griff.

"Wir Bürger sind nur noch fassungslos, wie sich der Wald verändert hat", sagt Blank. "Irgendwann war es mir unerträglich." Blank gründete eine Bürgerinitiative.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 2/2019.
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