Plötzlich war Hilal weg. Einfach so. Wie ausgelöscht. Gerade eben hatte sie dem Vater noch ihr gutes Zeugnis gezeigt. Gerade eben belohnte der sie mit ein bisschen Geld. Gerade eben sprang sie fröhlich zum gegenüberliegenden Einkaufzentrum, um sich ihren Lieblings-Kaugummi zu kaufen.

Gerade eben ist schon mehr als neunzehn Jahre her. Doch für alle, die das Mädchen kannten und liebten, ist am 27. Januar 1999 die Zeit stehen geblieben. An diesem Tag, einem Mittwoch, ist die zehnjährige Hilal Ercan im Hamburger Stadtteil Lurup verschwunden, am hellen Tag. Seitdem gilt die Schülerin, damals 1,45 Meter groß, mit langen schwarzen Haaren, als vermisst. Ihr letztes Lebenszeichen ist der Kassenzettel über den Kaugummi, ausgestellt um 13.22 Uhr. Dann verliert sich ihre Spur.

Was ist mit Hilal passiert? Darüber gibt es auch nach fast zwei Jahrzehnten keine Antwort, nur Spekulationen. Wurde Hilal missbraucht, getötet und irgendwo verscharrt oder ins Wasser geworfen? Wurde sie Opfer eines Entführers wie

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