Rizzo
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Traumatherapie in der virtuellen Realität

"Der Tastsinn ist tricky, einer der schwierigsten Sinne"

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Der Psychologe Albert Rizzo von der University of Southern California konfrontiert traumatisierte Soldaten mit virtuellen Simulationen von Kriegseinsätzen. Ist das nicht zu heftig? Von Hilmar Schmundt

SPIEGEL: Sie behandeln traumatisierte Soldaten mit Virtual Reality. Wie muss man sich das vorstellen?

Rizzo: Wenn ein Mensch an einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet, versucht er meist, alles zu vermeiden, was an die schrecklichen Erlebnisse erinnert. Er kann Erinnerungen einfach verdrängen. Wir können ihn dagegen ganz vorsichtig an virtuelle Orte führen, die ihm erlauben, seine Erlebnisse zu verarbeiten.

SPIEGEL: Die VR-Simulation eines Kriegsschauplatzes ist aber eine ziemlich heftige Medizin ...

Rizzo: ... es geht ja auch um ein ziemlich heftiges Problem. Und was wäre die Alternative? Einfach die Angstzustände mit Medikamenten herunterzudimmen?

SPIEGEL: Kann es den Patienten nicht zusätzlich belasten, wenn er sein Trauma noch einmal durchlebt?

Rizzo: Die Bedenken einer Retraumatisierung durch VR gab es am Anfang, aber die wissenschaftliche Fachliteratur konnte das nicht bestätigen. Und die Patienten machen das ja nicht allein zu Hause als Selbsttherapie, sondern in der Klinik.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 24/2018.
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