Im Sommer 2009 steht Robert Enke, Bundesligatorwart und Mitglied der deutschen Fußballnationalmannschaft, in der Küche seines Hauses in Empede und sagt zu seiner Frau Teresa: "Ich kann nicht mehr, ich möchte nicht mehr leben."

Kurze Zeit später muss Enke zu einem Trainingslager nach Köln. Seine Frau macht sich Sorgen. Sie versucht immer wieder, ihn auf dem Handy zu erreichen. Erst am Abend geht er ran. Sie erinnert sich an das Gespräch:

"Wo warst du? Ich habe überall angerufen!"

"Ich bin durch Köln gefahren."

"Was hast du da gemacht?"

"Ich hab mal geguckt, wo man sich umbringen kann."

"Spinnst du? Was erzählst du mir da?"

"Na ja, ich stand auch auf der Brücke und hab da mal runtergeguckt."

"Und was soll ich jetzt machen? Ich sitze in Hannover und du in Köln."

"Ich fahre zurück ins Hotel."

"Kann ich mich darauf verlassen? Wirklich?"

"Ja. Wirklich."

Sie legen auf.

Und dann?

"Was hätte ich da machen sollen? Ich musste ihm vertrauen."

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 11/2018.
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