Wenn es in Ungarn um kapitale Verbrechen geht, dann werden die Ermittler der Polizeieinheit NNI losgeschickt. Die NNI gilt als ungarisches FBI und wird bei Terror oder Organisierter Kriminalität tätig.

Oder dann, wenn ein strategischer Partner der Regierung von Ministerpräsident Viktor Orbán in Schwierigkeiten steckt. Wie Audi. 2011 war das. Da stellte sich der Umweltschützer Ferenc Zsák Audi in den Weg. Der deutsche Autobauer wollte sein Werk im westungarischen Győr erweitern und dafür in einem Naturschutzgebiet roden. Zsáks kleine Organisation drohte mit einer Klage.

Den Fall übernahmen die Ermittler von der NNI. Sie arbeiteten sich mithilfe von Audi-Mitarbeitern an Zsák heran. Unternehmensvertreter verhandelten über eine Zusammenarbeit mit Zsáks Organisation, der Umweltschützer wurde auch abgehört.

Zsák machte den Fehler, auf die Offerten einzugehen. Im Jahr 2015 wurde er wegen Bestechlichkeit verurteilt, auch mittels der von der NNI gesammelten Beweise. Ein kaum beachtetes Scharmützel.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 41/2018.
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