Am 21. April 1988 bat Erzbischof Anastasio Alberto Ballestrero eine Gruppe Wissenschaftler aus aller Welt in die Sakristei des Turiner Doms, um einem alten Geheimnis auf die Spur zu kommen. Im Raum war ein Textil ausgelegt, das seit 1578 im Gotteshaus verwahrt wird und für Millionen Menschen noch immer das kostbarste Stück Stoff der Welt ist: das angebliche Leichentuch Christi, getränkt mit Blut und Schweiß des gekreuzigten Heilands.

Mitarbeiter dokumentierten mit Videokameras und Fotoapparaten, wie einer aus der Runde vortrat und etwas von der Reliquie abschnitt. Der Leinenlappen war kleiner als ein Kaugummistreifen, aber mehr als genug, um der Wahrheit näher zu kommen.

Das Rechteck wurde aufgeteilt und danach drei anwesenden Vertretern der Universitäten von Oxford, Zürich und Arizona überreicht. Einige Monate später teilten sie mit, dass die Proben mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht aus der Zeit Jesu Christi, sondern aus dem Mittelalter stammten. Sie seien allenfalls

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 3/2018.
FOTO: World History Archive / AKG-IMAGES

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