Der Schöpfer selbst war im Spiel, als Deutschland der Gentechnik den Krieg erklärte. Gut zehn Jahre ist es her, dass Horst Seehofer, damals Bundeslandwirtschaftsminister, seine üblichen "Besinnungstage" im oberpfälzischen Kloster Plankstetten bei den Benediktinern verbrachte. Das Gespräch mit den Mönchen, berichtete er danach, habe ihm klargemacht: "Wir dürfen dem Herrgott nicht ins Handwerk pfuschen."

Mit "Pfusch" meinte er die Gentechnik in der Landwirtschaft, und mit seiner Bekehrung begab sich Seehofer in eine unheilige Allianz mit den Grünen und anderen Gentechnikgegnern. Die Kämpfer im Dienste des Herrn waren erfolgreich. In kaum einem anderen europäischen Land ist die Furcht vor Laborpflanzen größer: Einer aktuellen Umfrage zufolge finden knapp 80 Prozent der Deutschen, dass man Gentechnik auf den Feldern verbieten sollte.

Zwar haben die neuen Grünenchefs Annalena Baerbock und Robert Habeck jüngst einen technikfreundlicheren Kurs vorgeschlagen, kassierten aber heftige Gegenwehr. Nun

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 31/2018.
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