So jedenfalls sehen das offenbar die Herausgeber einführender Biologie-Lehrbücher. In den vergangenen Jahrzehnten, das berichteten Mitte Dezember zwei US-Biologinnen im Fachblatt "American Entomologist", hat sich ein beispielloser Insektenschwund vollzogen – nicht in Wald und Flur, sondern zwischen den Buchdeckeln. Um 75 Prozent schrumpfte in der untersuchten Literatur der Anteil der Seiten, die sich mit Insekten befassen, seit den Lehrbüchern vor 1960 bis zu jenen Werken, die nach der Jahrtausendwende erschienen. Mittlerweise widmen Biobücher den Kerbtieren gerade mal 0,6 Prozent ihres Inhalts.

Sie vermitteln damit nicht nur ein Zerrbild der Natur: Insekten sind die artenreichste Tierklasse auf unserem Planeten. Auch rein zahlenmäßig nehmen wir Wirbeltiere uns gegen sie als lächerliche Minderheit aus. Vor allem aber entgehen den Studierenden faszinierende Einblicke in Artenvielfalt und Evolution. 

Insekten bevölkern beinahe jeden noch so entlegenen Ort auf der Welt, sind widrigsten Bedingungen

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 2/2019.
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