Es war Mai, als ich das Katzenklo aus dem Arbeitszimmer räumte und ein Bett und ein kleines Radio hineinstellte. Alte Damen hören bestimmt gern Radio, dachte ich. Und die alte Dame, die nun bei uns wohnen würde, war ja sogar eine uralte Dame: Angelina, die brasilianische Großtante meiner Frau. 91 Jahre alt.

Meine Frau ist Halbbrasilianerin. Jedes Jahr fliegen wir zum Familienbesuch nach São Paulo, wo dann so viele Onkel, Tanten, Cousins und Halbcousins auftauchen, dass ich mir nie alle Namen merken kann. Nach Deutschland kam bislang kaum jemand der riesigen Mischpoke. Zu kalt, sagen die Brasilianer. Deswegen war ich überrascht, als meine Frau fragte: "Hättest du etwas dagegen, wenn Angelina drei Monate bei uns wohnt?"

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 35/2018.
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