Im November 2016 ein Brief. Acht Zeilen, mehr nicht. Aber wenn Raafat S. bis dahin noch nicht begriffen hatte, dass ihn der Bilfinger-Konzern offenbar loswerden wollte, dann nach diesem Wisch. Von "Vorfällen" war da die Rede; er solle doch die nächsten zehn Arbeitstage zu Hause bleiben, bis alles geklärt sei. Und wenn er bitte schon mal so nett wäre, die Schlüssel abzugeben.

Aus 10 Tagen wurden 60, dann bekam der Ingenieur der Bilfinger-Landestochter in Oman die Kündigung. Die Gründe: Raafat S. sei, erstens, ein Underperformer, zweitens habe er Kollegen schikaniert, drittens Geschäftsgeheimnisse verraten. Nicht zu vergessen viertens, fünftens und sechstens, siebtens, achtens und neuntens. Nur ein Zehntens stand da nicht: dass Raafat S. es gewagt hatte, vermutlich krumme Geschäfte des Konzerns intern zu melden. Damit hatte sein Rauswurf also angeblich gar nichts zu tun.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 29/2018.
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