Oliver Bierhoff, Manager der Nationalmannschaft, hatte ein klares Leitbild für die deutsche Fußballauswahl: Die Nationalelf sollte möglichst viel Geld einspielen und gleichzeitig eine Art "Lagerfeuer" sein, um das sich die Nation kuscheln kann. Eine warme Feuerstelle für das Volk.

Bierhoff ist gescheitert. Nach dem frühen Ausscheiden der "Mannschaft" in Russland klangen Werbeslogans wie "Best never rest" übergeschnappt. Denn der DFB hatte seine Stars versteckt, sie waren entrückt, sie erwärmten niemanden. Bierhoff, der studierte Diplom-Kaufmann, muss nun abrüsten – was seinen Marketingsprech angeht, aber auch, was die Einnahmequellen betrifft.

Was geht das die Bundesliga an, die an diesem Wochenende in ihre 56. Saison startet? Die erste Liga boomt: Jedes Jahr gibt es neue Rekordumsätze, zuletzt waren es 3,4 Milliarden Euro. Aber so gut das Geschäft läuft, so groß das Selbstbewusstsein auch ist, die Bundesliga leidet. Der Weltmarktführer, die englische Premier League, hat sie längst abgehängt.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 35/2018.
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