Die Schule des griechischen Dörfchens Kerasochori sieht aus wie die Kulisse eines Katastrophenfilms. Alles ist noch da, die Tafel, die Mathematikbücher, Tische und Stühle, die Sportsachen, die Griechenlandkarte an der Wand, sogar die Klassenbücher stehen noch in einer Ecke. Über allem liegt eine Schicht Staub. Um die 20 Mädchen und Jungs haben hier einmal gelernt, vor zwölf Jahren wurde die Schule geschlossen. Da fing es an. Es gab nicht mehr genügend Familien in Kerasochori.

Konstantina Kalli, 34, hat die Tür aufgeschlossen und steht ratlos in den Trümmern der Vergangenheit. "Wer geht, kommt nicht wieder", sagt sie. "Das Dorf schrumpft."

Kalli ist die Hoffnung von Kerasochori. Sie hat eine dreijährige Tochter und ist im sechsten Monat schwanger, mit einem Mädchen. Doch schon die Geburt wird schwierig. Es gibt keine Klinik in der Nähe, für alle Untersuchungen musste sie nach Athen fahren, fünf Stunden mit dem Auto über viele kurvige Bergstraßen. Kerasochori hat auch keine Kinderbetreuung.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 33/2018.
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