Fischer, 65, ist ehemaliger Vorsitzender des Zweiten Strafsenats des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe sowie Verfasser des führenden Kommentars zum Strafgesetzbuch. Er ist als streitbar bekannt und seit diesem Sommer auch Kolumnist bei SPIEGEL Online.

SPIEGEL: Herr Fischer, den größten Teil Ihres Lebens haben Sie sich mit Strafrecht befasst. Nun schreiben Sie in Ihrem neuen Buch, dass der Staat gar nicht unbedingt strafen muss (*). Was meinen Sie damit?

Fischer: Freiheits- und Geldstrafen sind jedenfalls nicht zwingend. Es gibt daneben noch viele andere Sanktionen. Sogenannte Maßregeln der Besserung und Sicherung, etwa eine Unterbringung in der Psychiatrie, bis hin zum berüchtigten "Wegsperren für immer". Es gibt soziale Sanktionen wie Kritik und Ächtung. Es gibt die Möglichkeit privater Rechtsverfolgung, die mit staatlicher Hilfe durchgesetzt werden kann, wie Schadensersatzklagen. Aber natürlich kann man Strafen nicht einfach abschaffen.

SPIEGEL: Über wie viele Angeklagte haben Sie selbst Strafen

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 42/2018.
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