Männer-Dilemma

Da stand dieses fremde kleine Mädchen und weinte

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Weil er fürchtet, sie könnten von fremden Männern angesprochen werden, kutschiert unser Autor seine Kinder überall hin. Doch was, wenn man selbst dieser Mann ist?  Von Dirk Gieselmann

Hoffentlich passiert jetzt nichts, dachte ich gerade, als etwas passierte. Ich hatte nur noch ein paar Münzen in der Tasche, und mein Handy war ausgegangen. Ich wollte mich, so schnell es ging, nach Hause retten, wieder erreichbar und liquide werden. Erst dann, dachte ich, dürfte wieder etwas passieren. Es war ein recht schöner Sommertag in Berlin, da hörte ich plötzlich auf der anderen Straßenseite, von der Tramhaltestelle her, ein Schluchzen. Ich näherte mich und sah unter dem Glasdach ein kleines Mädchen stehen. Es hatte sein Gesicht in den Händen vergraben, einen zu großen Tornister auf dem Rücken und sah aus wie ein Astronaut, der die Verbindung zu seinem Raumschiff verloren hatte.

Ich dachte, wenn es meine Tochter wäre, die hier stünde und weinte, würde ich mir wünschen, dass ihr jemand hilft. Ich dachte, es müsste aber nicht unbedingt ein 40-jähriger Mann sein, der aussieht wie ein Holzfäller auf Städteurlaub. Lieber eine Frau. Eine nette Oma, wenn ich es mir aussuchen könnte. Aber

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 33/2018.
FOTO: Thilo Rothacker für den Spiegel

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