Vor ein paar Tagen wollte Maik Luu, Immunologe an der Universität Marburg, eine Studie im Fachjournal "Cell Metabolism" lesen. Er hoffte auf Erkenntnisse für seine eigenen Experimente. "Mehr als eine kurze Zusammenfassung konnte ich aber nicht einsehen", sagt der Doktorand. Denn die Zeitschrift erscheint im Fachverlag Elsevier, und mit dem hat seine Hochschule – so wie mehr als hundert weitere deutsche Universitäten und Forschungseinrichtungen – Ende 2017 die Aboverträge auslaufen lassen.

Der Grund: Die Institutionen wollen sich nicht mehr dem Preisdiktat der wissenschaftlichen Großverlage beugen. Rund 100 Millionen Euro zahlten sie bislang alljährlich vor allem an Marktführer wie Elsevier, Springer Nature oder Wiley. Nur so dürfen Wissenschaftler auf Veröffentlichungen zugreifen, die mithilfe öffentlicher Förderung zustande kamen und auch noch von Wissenschaftlern begutachtet wurden, die mit Steuergeldern bezahlt werden – das ist der große Unterschied zu normalen Verlagen, deren Autoren

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 43/2018.
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