Die Migrationskrise, die seit drei Jahren Europa und inzwischen auch die USA im Griff hält, hat sich von der Suche nach der Lösung eines objektiven Problems zu einem Kampf um die Eroberung und Kontrolle des Denkens und Fühlens der Menschen gesteigert. Wie keine andere der existenziellen Gefahren, mit denen sich die Politik gegenwärtig konfrontiert sieht, dem Klimawandel und dem lauernden Finanzcrash zum Beispiel, stellt sie die westliche Welt vor die ebenso unerbittliche wie quälende Frage: Wie viel Macht hat die Moral im 21. Jahrhundert?

Schon die Koppelung der beiden Begriffe scheint paradox. Denn in der Logik der Macht kommt die Moral nicht vor. Die Macht buchstabiert Interessen, Willen und Streben, in denen sich die Lebensbedingungen einer Gesellschaft kristallisieren, welche die Politik zu verwalten und zu lenken trachtet. Die Moral dagegen ist die Domäne der Sittlichkeit, der Bereich der Rechte und Pflichten. Weil zwischen beiden häufig mit Widerstreit zu rechnen ist, verweist die

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 55/2018.
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