Michael Walter / DER SPIEGEL

Illegaler Onlinehandel mit Arzneien

Contergan? Gibt's bei Ebay

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Nasensprays, Kopfschmerztabletten oder Antibiotika werden von Privatpersonen im Internet angeboten. Die wenigsten Verkäufer wissen, dass sie sich damit strafbar machen. Von Martin U. Müller

Die Idee kam der 26-jährigen Frau aus dem sächsischen Bautzen, als am Ende des Monats das Geld knapp wurde: Warum nicht die Antibabypille zu Geld machen? Von ihrem Freund hatte sich die Büroangestellte gerade getrennt, die Packung mit dem Verhütungsmittel trotzdem bezahlt.

So bot sie den unangetasteten Sechsmonatsvorrat kurzerhand in einem Internetforum für 20 Euro an, in der Apotheke hatte sie das verschreibungspflichtige Medikament für 37,39 Euro gekauft – mit einem Rezept ihrer Gynäkologin. Ein Schnäppchen also, ganz ohne Stress.

Einen Haken allerdings hat das Ganze: Die Verkäuferin begeht eine Straftat, denn Privatpersonen dürfen auch im Internet nicht mit apothekenpflichtigen Arzneimitteln handeln.

Es reicht, Elmex-Gelee-Zahnpasta, Nasenspray oder Paracetamol im Netz anzubieten, um sich strafbar zu machen – was die meisten Anbieter, wie auch die Büroangestellte aus Bautzen, allerdings nicht wissen. Es sind Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz, es drohen Geld- oder Freiheitsstrafen bis

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 46/2018.
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