An einem Samstagnachmittag Ende Oktober bekam Linda Cariglia, eine junge Frau aus Gütersloh, eine Nachricht von einem Freund, sie begann mit drei Worten: "Ai, ai, ai." Dann schickte er ihr einen Link auf eine Facebook-Seite der AfD.

Sie hielt das für einen Spaß, aber es war kein Spaß. Sie öffnete den Link. Sie las ihren Namen und glaubte, in einen Roman von Franz Kafka geraten zu sein. Die Partei der rechten Hetzer feierte sie und eine Freundin als "Heldinnen der Woche". Von "Löwenmut" war die Rede. Sie las: "Zwei junge Frauen schlagen Vergewaltiger in die Flucht." Weiter hieß es: "Mutig stürzten sie sich auf einen 25-jährigen Marokkaner." Daneben war ein Bild zu sehen, das eine junge Frau von hinten zeigt. Das Bild wirft einen Schatten an die Wand, der die Frau zu Superwoman macht, mit wehendem Umhang und geballten Fäusten. Das Posting endet mit diesen Sätzen: "Wehrt euch, Mädchen und Frauen. Ihr seid kein Freiwild."

Lade...

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 49/2018.
Hinweis

SPIEGEL+ kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.spiegel.de, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!