Man stelle sich einen weltweit agierenden Konzern vor, dessen Angestellte über Jahrzehnte Tausende Straftaten begangen haben. Der Konzern selbst legt einen Bericht zu den Verbrechen vor, allerdings anonymisiert, und man verhängt keine sichtbaren Sanktionen gegen die Täter oder deren Helfer.

Normalerweise müsste nun die Strafjustiz einschreiten. Doch hier geht es nicht um ein normales Unternehmen, sondern um die katholische Kirche. Die musste jüngst eingestehen, dass seit 1946 mindestens 3677 Minderjährige von Geistlichen sexuell missbraucht wurden – die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen.

Die Institution Kirche klagte sich also quasi selbst an, doch die staatlichen Strafverfolger halten sich bislang vornehm zurück. Eine Umfrage des SPIEGEL bei Staatsanwaltschaften in allen 27 Bistümern ergab, dass fünf Behörden Ermittlungen prüfen. Dabei geht es um den Verdacht von teils schwerem sexuellen Missbrauch, bisweilen bis ins Jahr 2016. Fast jedes sechste Kind wurde vergewaltigt. Forscher aus

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 44/2018.
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