Budapest, während des Zweiten Weltkriegs. Robert, von allen nur Roby genannt, liebte die Musik und konnte außergewöhnlich gut singen. Einmal war er für romantische Postkarten fotografiert worden. Und in einem Spielfilm hatte er auf einem Flügel getanzt. Seine Mutter war Katholikin, der Vater, ursprünglich Jude, war zum Katholizismus konvertiert. Beide waren Sozialdemokraten. 21 Jahre war Roby alt, als er zur Flak einberufen wurde, aber das war nicht das Schlimmste. Das Schlimmste, so erzählt es seine Tochter Katharina heute, sei auch nicht gewesen, dass er untertauchen musste mit gefälschten Papieren, nachdem er 1944 desertiert war. Das Schlimmste war nicht, dass er gemeinsam mit dem besten Freund bei einer Razzia in Budapest entdeckt wurde. Das Schlimmste waren nicht die drei Tage Folter, nicht die Verhöre.

Von dem, was für Roby so besonders schwer zu ertragen war, erzählte er nur ein einziges Mal in seinem Leben, im Jahr 1994, dem Jahr seines Todes.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 51/2018.
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