Im ersten Stock der Villa erwartete Sebastian Eifrig eine Szene wie im Horrorfilm: Eine stark tätowierte Frau lag in einer Blutlache auf dem Bauch, zwischen ihren Beinen lugte ein winziger, blau gefärbter Babykopf hervor. "Die Mutter war opiatabhängig und hatte zusätzlich den Embryo sozusagen mit Nikotin kleingeraucht", sagt Eifrig.

Das Kind kam dann rasch. "Aber wir mussten den Säugling intubieren und künstlich beatmen, bis ein zweiter Rettungswagen mit einem Inkubator kam."

Eifrig ist Internist in Rendsburg. Nebenher arbeitet er seit gut zehn Jahren als Notarzt – und hat in dieser Zeit fünf Kinder zur Welt gebracht. "Das ist jedes Mal dramatisch", sagt er. "Man fährt zu einer einzigen Patientin und muss hinterher zwei versorgen. Oder sogar mehr." Eine Frühgeburt mit Zwillingen gehört zu Eifrigs Schreckenserlebnissen.

Weil in Flächenländern wie Schleswig-Holstein Kreißsäle auf dem Land schließen, wächst die Gefahr für Gebärende fernab der Städte. Besonders hart hat es die Nordseeinseln getroffen:

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 2/2019.
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