Seit 55 Jahren schnitzt Herr Li pausbäckige Mönche aus Elfenbein, er schält Drachen mit schuppigem Körper aus dem Material, schneeweiße Perlen und Briefbeschwerer mit feinsten Ornamenten.

Der Chinese ist ein Meister der Elfenbeinschnitzerei. Doch seit Anfang des Jahres ist in seiner Welt nichts mehr, wie es einmal war.

"Wir müssen uns jetzt mit Ersatzmaterial begnügen", sagt Li Zhang erbost. Er öffnet einen Schrank in seiner kleinen Werkstatt in Pekings Bezirk Haidian. Mehrere Stoßzahnstücke liegen dort. Vom Elefanten stammen sie nicht.

"Mammutelfenbein", sagt Li abschätzig und nimmt eines der Stücke in die Hand. Damit müsse er nun vorliebnehmen, obschon das Material oft Risse habe und es schwierig sei, größere Objekte daraus zu fertigen. "Wenn das Elfenbeinverbot fortbesteht, wird nicht der Elefant aussterben, wohl aber die Tradition der Elfenbeinschnitzerei", so sieht es der 70-Jährige.

Li ist Verlierer einer Entscheidung der chinesischen Regierung, den Handel mit Elefantenelfenbein zu verbieten.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 41/2018.
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