Der Chronobiologe Thomas Kantermann forscht an der FOM Hochschule für Ökonomie & Management. Er untersucht die Folgen der Zeitumstellung auf den Menschen.

SPIEGEL: Herr Kantermann, an diesem Wochenende werden die Uhren wieder eine Stunde zurückgestellt, die Sommerzeit geht zu Ende. Wie wirkt sich die Zeitverschiebung auf uns aus?

Kantermann: Wir waren überrascht, dass diese eine Stunde so einen deutlichen Effekt hat. Die Sommerzeit ist nichts anderes als eine soziale Übereinkunft, dass wir sieben Monate lang alle einfach eine Stunde früher zur Arbeit gehen. Damit wir das nicht merken, stellen wir die Uhr um. An der Zeit können wir ja nichts ändern, wir stellen nur die Uhr um. Ihr Körper, die innere Uhr, richtet sich aber nach der Sonne. Im Winter schlafen Sie daher etwas früher und im Sommer ein bisschen später. Diese saisonale Anpassung wird durch die Umstellung gestört. Ihr Körper muss Extraarbeit leisten.

SPIEGEL: Sie haben in Ihrer Doktorarbeit die Folgen der Zeitumstellung untersucht. Wie kamen Sie auf das Thema?

Kantermann: Im Jahr 2006 gab es dazu nur eine Handvoll Arbeiten. Alle hatten etwa eine Woche vor der Umstellung und zwei Wochen danach gemessen, wie die Menschen schlafen. Der Tenor war: Am Montag danach merkt man die Folgen, aber dann passen sich die Menschen an. Till Roenneberg, bei dem ich promoviert habe, hat damals untersucht, wie die Menschen über das ganze Jahr hinweg schlafen. Die Daten von etwa 50.000 Probanden zeigten, dass nach der Zeitumstellung doch etwas mehr mit dem Schlaf passiert. Das wollten wir uns genauer ansehen: Als erstes haben wir vier Wochen vor und vier Wochen nach den Umstellungen im Frühjahr und im Winter den Schlaf und die Aktivität von Teilnehmern angeschaut.

SPIEGEL: Wie unterschied sich Ihr Ergebnis von den bereits vorhandenen Untersuchungen?

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