Heinrich Quistorp ging auf zwei Arten pleite: allmählich und plötzlich. Allmählich, weil sich im Laufe des Jahres 1873 immer deutlicher zeigte, wie viel Luft in seinem Firmenimperium steckte. Und plötzlich, als seine quistorpsche Vereinsbank am 15. Oktober 1873 Konkurs anmelden musste und den Börsencrash auslöste.

Quistorps Bank war der erste Dominostein, der in der "Gründerkrise" in Deutschland fiel. In den Wochen darauf gingen 700 der jüngst gegründeten rund 900 Aktiengesellschaften in die Knie. Von den neuen Maklerbanken, einem Vehikel zur Finanzierung neuer Firmen, musste die Hälfte aufgeben. Der Kurswert der überlebenden AGs sank von 4,5 auf 2,4 Milliarden Reichsmark. Es war ein weltweiter Konjunktureinbruch, der im Frühling die Wiener Börse erschüttert hatte, im Sommer die Märkte in New York und London. Nun, im Herbst 1873, erreichte er auch Berlin, den heißesten Börsenhandelsplatz Kontinentaleuropas.

Drei Tage nach der Insolvenz seiner Bank wurde auch über das Vermögen Quistorps und

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