Gemeindevorsitzender Seibert
Maurice Weiss / Ostkreuz / DER SPIEGEL
Gemeindevorsitzender Seibert

Ein Hochstapler und seine unglaubliche Karriere

Der gefühlte Jude

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Seit 15 Jahren steht Wolfgang Seibert an der Spitze einer jüdischen Gemeinde Schleswig-Holsteins, er wird hofiert von Pastoren, Journalisten und der linken Szene. Nun kommt heraus: Er ist ein Betrüger.  Von Martin Doerry und Moritz Gerlach

Der Auftritt in der Hamburger Jerusalem-Kirche ist für Wolfgang Seibert ein Heimspiel. Selbstsicher betritt der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Pinneberg das gut besuchte Gotteshaus, um einen Vortrag über "200 Jahre Reformjudentum" zu halten. Die Hamburger feiern an diesem Septemberabend die "Nacht der Kirchen", mit der unter glaubensfernen Zeitgenossen für das Christentum geworben werden soll.

Weltoffenheit und Toleranz gegenüber anderen Religionen machen sich da gut. Auf allen Kanälen, im Internet und im Programmheft für die "Nacht der Kirchen", wird der Vortrag von "Dr. Wolfgang Seibert" angekündigt.

"Dr. Seibert", wie ihn der Hausherr, Pastor Hans-Christoph Goßmann, tituliert, hält an diesem Abend einen Vortrag, den er so oder so ähnlich schon oft gehalten hat. Seiberts Reformjudentum trägt protestantische Züge, sehr nüchtern, sehr kritisch gegen die jüdische Orthodoxie.

Seibert genießt im protestantischen Milieu großes Ansehen. Zu seinem 70. Geburtstag im vergangenen Jahr veröffentlichten

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 43/2018.
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