Der Feind in Yavi Hameisters Leben stand früh fest. Er lauerte in knuspriger Pizza, fettigen Pommes und süßer Schokolade. "Kohlenhydrate machen fett", sagte ihr Vater und strich von der Einkaufsliste, was vielen Kindern am besten schmeckt. Schön und schlank sollten sie sein, das lernten Hameister und ihre kleine Schwester früh. Sie merkten es an den Süßigkeiten, die andere wenigstens ab und zu essen durften, bei ihnen im Vorratsschrank aber fehlten.

Und an den Blicken der Verwandten. "Wir wurden immer von oben bis unten gemustert, wenn wir unsere Familie besuchten", sagt die 32-Jährige heute. Oft legte sie vorher eine Crash-Diät ein. Manchmal half es, manchmal nicht. "Deine Schwester ist viel schlanker als du", hörte sie dann und schwor sich, beim nächsten Mal noch weniger zu essen.

Hameister, 1986 in Duisburg geboren, 1,50 Meter groß, wollte dazugehören, akzeptiert und bewundert werden. Um aufzufallen, riskierte sie viel. Als Grundschülerin landete sie nach Fahrradstunts im Krankenhaus,

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