SPIEGEL: Herr Professor Rödder, bis Anfang des 19. Jahrhunderts ging es für die Menschen auf dem Land nie schneller voran als mit dem Pferd, und mehr Kraft als Muskelkraft gab es nicht. Die Dampfmaschine und vor allem die Eisenbahn sprengten dann die Grenzen dieser Welt. Wie erlebten die Menschen das?

Andreas Rödder, 51, ist Professor für Neueste Geschichte an der Johannes 
Gutenberg-Universität Mainz. Im Jahr 2015 veröffentlichte er den Bestseller 
"21.0. Eine kurze Geschichte der Gegenwart".
Joachim Mohr / SPIEGEL GESCHICHTE

Andreas Rödder, 51, ist Professor für Neueste Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Im Jahr 2015 veröffentlichte er den Bestseller "21.0. Eine kurze Geschichte der Gegenwart".

Rödder: Das war eine fundamental neue Erfahrung. Die Eisenbahn versetzte die Menschen damals in große Unruhe. Zu Anfang hatten die Menschen sogar Angst, dass ihnen bei einer Fahrt das Trommelfell platzen würde; sie waren vorher ja nie so schnell unterwegs gewesen. Mit dem neuen Verkehrsmittel konnten die Menschen in einer Stunde so weit kommen wie bis dahin mit einem Pferdefuhrwerk an einem ganzen Tag – was für eine Sensation!

SPIEGEL: Damit wandelte sich die Sicht der Menschen auf die Welt?

Rödder: Absolut, die Eisenbahn sorgte für eine historisch einmalige Veränderung in der Wahrnehmung von Raum und Zeit – mit vielfältigen Folgen.

SPIEGEL: Sie haben die industrielle Revolution in drei Stufen eingeteilt: Textil und Eisen seit Ende des 18. Jahrhunderts, Stahl, Chemie und Elektrizität im späten 19. Jahrhundert und Digitalisierung und Mikroelektronik heute. Heißt das, wir sind heute Teil einer Entwicklung, die vor rund 250 Jahren begonnen hat?

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