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26.04.2001
 

Tschernobyl

Die vergessenen Opfer einer Katastrophe

15 Jahre ist es her, dass die Welt von der Nachricht des Super-GAUs in Tschernobyl erschüttert wurde. Heute wird mit Trauermärschen und Gottesdiensten der Katastrophe von damals gedacht.

Ein Sarkophag aus inzwischen rissigem Beton umhüllt den Unglücksreaktor von Tschernobyl
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AP

Ein Sarkophag aus inzwischen rissigem Beton umhüllt den Unglücksreaktor von Tschernobyl

Kiew - Der ukrainische Präsident Leonid Kutschma will im Laufe des Tages am Unglücksort Tschernobyl einen Kranz niederlegen. Sein weißrussischer Amtskollege Alexander Lukaschenko besucht Strahlenopfer in dem am stärksten betroffenen Gebiet Gomel an der Grenze zur Ukraine.

Die Reaktorexplosion am 26. April 1986 hatte Teile Europas radioaktiv verstrahlt. An den Folgen der Katastrophe leiden bis heute allein in der Ukraine nach offiziellen Angaben drei Millionen Menschen. Bedienungsfehler und Sicherheitsmängel hatten die tödliche Explosion ausgelöst. Genaue Angaben über die Zahl der Todesopfer in Folge der Strahlenbelastung gibt es nicht.

Im Schatten der Gedenkfeiern stehen der Ukraine am Donnerstag im Europarat in Straßburg und im Parlament in Kiew Entscheidungen über die politische Zukunft des Landes bevor. Wegen andauernder Verletzungen der Menschenrechte droht der ehemaligen Sowjetrepublik der Ausschluss aus dem Europarat und somit der Weg in die internationale Isolation.

Im Parlament in Kiew ist für heute ein Misstrauensvotum gegen die Regierung von Wiktor Juschtschenko angesetzt. Der im Westen als Reformpolitiker geschätzte Juschtschenko war in das Visier der Kommunisten und einigen von einflussreichen Unternehmern gesteuerten Parteien geraten. Nach Meinung von Experten machen die Parteien der mächtigen Wirtschaftsbosse mit den Kommunisten gemeinsame Sache gegen Juschtschenko, weil dieser den Einfluss der Oligarchen auf die Regierungsentscheidungen immer mehr zurückgedrängt hatte.

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