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04.07.2001
 

Den Haag

Die Rede, die Milosevic nicht halten durfte

Mehrmals setzte Milosevic bei seinem ersten Auftritt vor dem Haager Tribunal zu einer Rede an. Erfolglos. Richter May ließ den Ex-Diktator nicht zu Wort kommen. Jetzt ließ Milosevic seine nicht gehaltene Rede verbreiten.

Slobodan Milosevic
AP

Slobodan Milosevic

Belgrad - Der britische Richter Richard May hat dem früheren Präsidenten Jugoslawiens keine politischen Äußerungen zugestanden, was auch anderen Angeklagten nicht erlaubt ist. Die nicht gehaltene Rede hat Zdenko Tomanovic, einer der früheren Belgrader Anwälte Milosevics, an die Presse verteilt. Die Belgrader Zeitung "Danas" veröffentlichte sie. Einige Auszüge:

"Ich erkenne dieses Gericht nicht an, weil es falsch und weil die Anklage falsch ist. Das Gericht ist Teil des Mechanismus für den Genozid am serbischen Volk, der Vergeltung gegen die Bekämpfer der Versklavung der Völker, der Menschen und des neuen Kolonialismus. Die Adresse für die in der Bundesrepublik Jugoslawien verübten Kriegsverbrechen ist die Nato...

Meine Henker und die Weltöffentlichkeit wissen sehr wohl, dass ich in Den Haag nicht wegen angeblicher Kriegsverbrechen bin, die mir zugeschrieben werden, sondern weil wir die Nato gestoppt haben und der ganzen Welt gezeigt haben, dass die Nato nicht allmächtig ist und dass ein kleines Land und Volk, entschlossen die Freiheit zu verteidigen, die größte Militärmaschinerie der Welt abwehren kann. Ich bin stolz auf das, was ich für die Verteidigung meines Landes und Volkes getan habe. Diese Verteidigung war ehrenvoll und edel, im Geiste der besten Tradition der serbischen Waffen."

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