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05.07.2001
 

Mazedonien

Waffenruhe vereinbart

Die Regierung und die albanischen Rebellen in Mazedonien haben sich unter Vermittlung westlicher Diplomaten auf eine unbefristete Waffenruhe verständigt. Sie soll um Mitternacht in Kraft treten.

Skopje/Brüssel - Die Nato und die Europäische Union begrüßten das Abkommen. Unterdessen machten die Rebellen die Einhaltung der Waffenruhe jedoch davon abhängig, dass sie an den politischen Verhandlungen über eine Verfassungsreform beteiligt werden.

Der mazedonische Verteidigungsminister Vlado Buckovski sagte, die Waffenruhe-Vereinbarung sei vom vom politischen Führer der albanischen "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK), Ali Ahmeti, und dem mazedonischen Generalstabschef Pande Petrovski sowie dem Polizeichef Risto Galevski unterzeichnet worden. Das Abkommen solle auch noch vom Chef-Außenpolitiker der EU, Javier Solana, und Nato-Generalsekretär George Robertson unterschrieben werden. Nach Angaben der UCK wurde die Waffenruhe von westlichen Diplomaten in der Nacht zum Donnerstag vermittelt.

Lob von Nato und EU

Die Vereinbarung fand bei der Nato und der EU ein großes Lob. Da es für den seit Februar dauernden Konflikt keine militärische Lösung geben könne, sei die Verpflichtung zu einer unbegrenzten Waffenruhe ein entscheidender Schritt zur Bewältigung der Krise, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Robertson und Solana. "Wir fordern alle Seiten auf, die Waffenruhe-Erklärung zu beachten und größte Disziplin und Zurückhaltung zu üben, um Zwischenfälle zu vermeiden, die eine Rückkehr zur Gewalt auslösen könnten", erklärten Robertson und Solana. Alle politischen Parteien sollten die Gelegenheit für einen bedeutenden Fortschritt im politischen Dialog nutzen.

Die albanischen Rebellen stellten inzwischen neue Bedingungen. Sie wollen die Waffenruhe nur dann einhalten, wenn ihre Vertreter an den bevorstehenden Verhandlungen über eine neue mazedonische Verfassung beteiligt werden. "Wir werden die Waffenruhe brechen, wenn wir nicht zur Unterzeichnung eines Abkommens eingeladen werden", sagte "Befehlshaber Shpati", Sprecher der UCK, in Pristina.

"Wir können die Politiker nicht daran hindern, an den Verhandlungen teilzunehmen, aber das endgültige Abkommen muss mit der UCK gemacht werden", verlangte er. Die in der Waffenruhe-Vereinbarung vorgesehene Entwaffnung der Rebellen hänge vom Ergebnis der Verhandlungen ab, sagte der UCK-Sprecher.

Vor dem Inkrafttreten der Waffenruhe kam es am Donnerstag noch zu Übergriffen der Rebellen. Sie beschossen Polizeifahrzeuge und eine Polizeistation nahe der Stadt Tetovo. Dabei wurde ein Soldat verletzt. Die Sicherheitskräfte feuerten auf Rebellenstellungen.

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