Sonntag, 22. November 2009

Politik



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26.09.2001
 

Berlusconi-Attacke

Globalisierungsgegner mit Terroristen verglichen

Aussetzer oder Kalkül? Italiens Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi behauptet, die westliche Zivilisation sei der islamischen Welt überlegen und sollte sich dessen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus auch bewusst sein. Zudem nahm er Globalisierungsgegner ins Visier.

Alliierte gegen den Terror: Berlusconi, Schröder
DPA

Alliierte gegen den Terror: Berlusconi, Schröder

Berlin - Die Überlegenheit bestehe im Wertesystem des Westens, das zu einem breiten Wohlstand geführt habe und das den Respekt der Menschenrechte und der Religion garantiere, sagte Berlusconi vor italienischen Journalisten am Mittwoch in Berlin. Diesen Respekt gebe es in muslimischen Ländern nicht, behauptete der italienische Regierungschef.

Zudem stellte der konservative Berlusconi, der in einer Koalition mit früheren Neofaschisten und der separatistischen Lega Nord regiert, "merkwürdige Übereinstimmung" zwischen den Globalisierungsgegnern und den islamischen Terroristen. Beide seien Gegner der westlichen Zivilisation, sagte Berlusconi am Mittwoch in Berlin im Gespräch mit italienischen Journalisten.

Beim G-8-Gipfel in Genua, bei dem es schwere Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gab, hätten junge Menschen gegen die westliche Zivilisation demonstriert, meinte Berlusconi. Deren Einfluss zu stoppen habe auch zu den Motiven der islamischen Terroristen von New York und Washington gehört, sagte er nach einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

Kurz nach den Anschlägen in den USA hatte US-Präsident George W. Bush den angekündigten Kampf gegen den Terrorismus als einen Kreuzzug bezeichnet. Dadurch sahen sich viele muslimische Länder an die Feldzüge des Mittelalters erinnert, in denen im Namen der katholischen Kirche die Muslime aus Jerusalem vertrieben werden sollten. Bush verzichtete daraufhin ausdrücklich auf den Begriff.

Nahost-Frieden spielt wichtige Rolle

Nach einem Treffen mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bekräftigte Berlusconi die unbedingte Solidarität mit den USA im Kampf gegen den Terrorismus. Schröder sagte, beide seien sich einig, dass in der angestrebten internationalen Koalition gegen den Terrorismus möglichst viele islamische Staaten mitarbeiten müssten.

Aufgabe einer solchen Koalition müsse auch sein, die politischen Rahmenbedingungen im Nahen Osten zu verbessern. Dringend notwendig sei, den Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern wieder in Gang zu bringen. "Er ist einer der wichtigsten Gesichtspunkte bei der Bekämpfung von Terror", sagte Schröder. Berlusconi ergänzte, er sei sich mit Schröder einig, weitere wirtschaftliche Anstrengungen zu unternehmen, um etwa der palästinensischen Jugend eine Zukunftsperspektive geben zu können.

Dass die Wirtschaftsentwicklung durch die Anschläge in den USA beeinträchtigt wird, sei nicht zu erwarten, sagte Berlusconi weiter. Er sei sich mit Schröder einig, dass sich die Wirtschaftsentwicklung nicht verlangsamen werde, da die Volkswirtschaften beider Länder stark seien.

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