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14.10.2001
 

Kompromisslinie

Taliban erwägen Auslieferung Bin Ladens an Drittstaat

Kommt Bewegung in den fest gefahrenen Konflikt zwischen den USA und Afghanistan? Ein hochrangiger Führer hat die Bereitschaft der Taliban erkennen lassen, über die Auslieferung des mutmaßlichen Terroristenführers Osama Bin Laden in ein neutrales Land zu verhandeln.

Einlenken signalisiert: Taliban wollen über Auslieferung Bin Ladens verhandeln
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AP

Einlenken signalisiert: Taliban wollen über Auslieferung Bin Ladens verhandeln

Dschalabad - Der Der stellvertretende Ministerpräsident und Provinz-Gouverneur der Taliban, Maulvi Abdul Kabir, sagte auf einer Pressekonferenz am Sonntag: "Es kann darüber verhandelt werden, wenn den Taliban versichert wird, dass das Land neutral ist und nicht von den USA beeinflusst wird". Voraussetzung sei allerdings, dass die USA klare Beweise für die Verstrickung Bin Ladens in die Terror-Attacken vorlegen.

"Es gibt keine Verhandlungen und keine Diskussionen", entgegnete Ari Fleischer, der Sprecher von US-Präsident George W. Bush. Die Taliban müssten Bin Laden ohne Bedingungen ausliefern.

Vor Beginn der Luftangriffe vor acht Tagen hatten die Taliban Beweise für Bin Ladens Beteiligung verlangt und angeboten, ihn vor ein islamisches Gericht in Afghanistan zu stellen. Die Vorschläge wurden von den USA zurückgewiesen. Nach Einschätzung von Beobachtern sind die Äußerungen Kabirs kein Durchbruch in der Krise, zeigen aber eine Bereitschaft zu mehr Flexibilität im Streit um Bin Laden. Kabir ist der dritthöchste Vertreteter in der Taliban-Hierarchie.

Die USA greifen mit britischer Unterstützung seit dem 7. Oktober Ziele in Afghanistan an. Zuvor hatten sie die Taliban vergeblich aufgerufen, Bin Laden und die Führungskräfte seiner Organisation al-Qaida auszuliefern. Die USA machen Bin Laden und die AL-Qaida für die Anschläge in New York und Washington verantortlich, bei denen vermutlich fast 5400 Menschen getötet worden sind.

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