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18.10.2001
 

Bedrohung

Luftraum über US-Atommeiler gesperrt

Neben den Milzbrandfällen scheinen sich in den USA neue mögliche Anschlagsszenarien abzuzeichnen. Rund um den Atommeiler Harrisburg herrscht erhöhte Alarmbereitschaft. Auch Frankreich sorgt sich vor Terroranschlägen auf AKW. Dort sollen jetzt Flugabwehrraketen zu deren Schutz eingesetzt werden.

Atommeiler Three Mile Island in Harrisburg: "Eine glaubwürdige Bedrohung"
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AP

Atommeiler Three Mile Island in Harrisburg: "Eine glaubwürdige Bedrohung"

Harrisburg/Paris - Die lokalen Fernsehsender im US-Bundesstaat Pennsylvania berichteten, in Three Mile Island sei "eine glaubhafte Drohung" eingegangen, die Luftverkehrsbeschränkungen innerhalb eines Radius von 30 Kilometern um den Flughafen ausgelöst habe. Die Drohung sei aber nur gegen Three Mile Island und nicht gegen andere Atomkraftwerke in den USA gerichtet worden, hieß es.

Kampfflugzeuge überwachten daraufhin den Luftraum, die Bundespolizei FBI und örtliche Polizei bewachten das Kraftwerk Three Mile Island. Es gebe keinen Zeitplan dafür, wann die Sicherheitsmaßnahmen wieder aufgehoben würden, erklärten Regierungsbeamte. Ein Sprecher des Atomkraftwerks bestätigte die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen, wollte aber keine näheren Einzelheiten nennen. Der internationale Flughafen von Harrisburg wurde dagegen nach einer vierstündigen Schließung wieder geöffnet.

1979 hatte sich in der Anlage das bislang schwerste Reaktorunglück des Landes ereignet. Dabei kam es durch Freisetzung radioaktiver Strahlung zu einer Beinahe-Katastrophe.

Raketen gegen Terror

Frankreich will seine Atomanlagen offenbar mit Flugabwehrraketen vor Terroranschlägen schützen. Verteidigungsminister Alain Richard bestätigte am Donnerstag, das Militär verstärke die Sicherheitsmaßnahmen an strategisch wichtigen Einrichtungen. Einem Zeitungsbericht zufolge sollen an der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague Boden-Luft-Raketen vom Typ Crotale oder das Abwehrsystem Roland stationiert werden.

Richard schloss den Einsatz von Abwehrraketen und den Abschuss von entführten Zivilmaschinen durch Kampfflugzeuge ausdrücklich nicht aus, wollte aber keine Einzelheiten der verschärften Schutzmaßnahmen preisgeben. Diese gälten nicht nur für Atomanlagen wie La Hague, sondern auch für Ballungsräume, große Industriekomplexe oder Stauseen, sagte der sozialistische Politiker dem Fernsehsender LCI.

Die La-Hague-Betreiberin Cogema erklärte, in den nächsten Tagen würden die geeigneten Schritte unternommen, um die Sicherheit von Europas größter Atomanlage zu optimieren. Die Tageszeitung "Ouest France" berichtete, um die Anlage in der Normandie solle ein Schutzring gezogen werden, der aus der Begrenzung von Überflügen, der Alarmbereitschaft der Luftwaffe und der Stationierung von Raketen bestehe.

In Deutschland hat die Bundesregierung die Luftraumüberwachung an Atomkraftwerken abgelehnt.

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